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Im Glockenturm

 
Im Glockenturm von St. Peter und Paul
Eine Adventliche Eichenzeller Real-Posse in Wort und Bild
            Oder: „Wo war Willi in der Not“?!
 
Es trug sich zu, dass am Sonnabend vor dem zweiten Advent des Jahres 2012 nach  Chr., bei Küster Willi die Türglocken läuteten. „Wer begehrt Einlass und was will er“ – schallt es durchs Sprachrohr nach außen.
Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf!
Und so läutete ein Fremder bei Willi dem Küster und gab durchs Sprachrohr an, Zeitungsbote zu sein und etwas „schwarz auf weiß“ übergeben zu wollen.
Als ihm geöffnet wird kommt der Fremde sogleich zum Eigentlichen und fragt, ob er, Willi, Herr über die Schlüssel von St. Peter und Paul, willens sei, ihn in den Glockenturm zu geleiten, damit er die Glocken fotografieren und von gehobener Position durch die Holzlamellen der Turmfenster einen Blick aufs beschauliche Eichenzell werfen könne?
Willi, der kleinen Täuschung des Fotografen nicht „gramig“ und über das so eben eingenommene nahrhafte Frühstück bestgelaunt – entschied kurzerhand der ungewöhnlichen Bitte nachzutun. Gemeinsam gingen die beiden den Kirchberg hinauf. Das Gotteshaus war nicht menschenleer, Sängerinnen, Sänger und Trompeter probten fürs Adventskonzert.
An der neuen Orgel war Licht und alsbald durchfluteten prächtige Töne den Kirchraum. Und dann ging´s hinauf zu den Glocken. Willi ließ den Neugierigen auf halber Höhe alleine weiter klettern – denn er wird gewusst haben was den Fotografen erwartet! Die Holztreppe schmal und von einfacher Bauweise führte steil hinauf in die Turmspitze. Oh je – wie eng es hier ist! Ohne klettern  und hangeln zwischen den Glocken und Eisenträgern war keine freie Sicht aus den Lamellenfenstern möglich. Und er begann zu klettern. Und ganz plötzlich schoss ihm durch den Kopf – und was ist, wenn die Glocken ihrer Bestimmung folgend in Bewegung gerieten, jeden Zentimeter des engen Raumes beanspruchend um dann mit ihrem Klangspiel rundum die Gemeinde zu beschallen? Der Fremde bekam es mit der Angst zu tun und doch: Wenn schon einmal hier oben dann noch schnell ein paar wenige Eindrücke mitnehmen, waren seine Gedanken. Tat es und kletterte dann rasch „aus den Glocken“. An einem der Turmfenster vorbei hin zum schmalen Abstiegsschacht. Geschafft – die Glocken waren still geblieben, der Puls wurde ruhiger und es war ihm auch kein Ärgernis, reichlich Taubenschiss von seiner Jacke zu fegen. Noch oben, auf der Höhe der Orgel hielt er inne, der Töne wegen und setzte sich zum Genuss auf die karge Treppe. 
 
Nach einer Weile schwenkte der Blick zur Tür die nur ein paar Stufen entfernt und geschlossen war. Wieso geschlossen? War diese Tür nicht Eingang und Ausgang zugleich? Hatte ihn Küster Willi nicht zu dieser Tür gebracht, damit  er hinauf steige und nach getaner Arbeit wieder hindurch, nach unten?
Nun war sie fest verriegelt! Amüsanter Unfug? Der eingeschlossene Fotograf setzte sich erneut auf die Treppe, ganz und gar nicht amüsiert. Dem Orgelspiel nebenan zufolge waren noch Menschen im Gotteshaus. Hallo, hallo, hallo! Mit den Fäusten gegen Wand und Tür! Niemand öffnete. Es war kalt und wurde kälter. Die Minuten zogen sich, die Gedanken kreisten. Erneut, und auch mit Wut, trommelte er gegen Wand und Tür. Doch vergebens, niemand hörte ihn. Und dann war es plötzlich ganz still. Der Sänger Lied war verstummt – von der Orgel kam kein Ton mehr herüber. Allein? Oder war der Küster noch da? Würde er ihn nun besser hören können, wo es doch still geworden war in St. Peter und Paul.
Er versuchte es erneut: „Hallo, hallo – hört mich denn niemand?“ Dazu klopfte er verzweifelt  gegen die Tür. Immer und immer wieder. Stille.
Der Kirchbau schwieg. Doch dann schallte es von unten: „Ist noch jemand da oben?“ „Ja – ich, im Turm“, schrie er zurück, wie aus der Muskete geschossen.
Endlich das unfreiwillige Gefängnis verlassen – dachte er und musste auch ein wenig lächeln. Trotzdem, Willi dem Küster, würde er schon die Kardinalfrage stellen, warum er ihm, dem fremden Fotografen, die Tür zugesperrt hat?
Geduldig wartete er auf das Geräusch des Türriegels. Und dann aber schnell ins nächste Gasthaus, denn Hunger und Durst hatten sich inzwischen bemerkbar gemacht. Aber die Tür blieb verschlossen. Wo war Willi? Hatte er die Rufe des Eingesperrten nicht gehört? Er war verzweifelt, sah sich um nach einem Fenster oder einer Luke, um hinauszuposaunen, dass man ihn befreie.
Jäh fiel ihm ein, dass er der Technik neueste Errungenschaft, einen Morseapparat, schnurlos, bei sich trug. War das die Rettung? Der erste Versuch schlug fehl. Auch bei Willi, dem Küster, versuchte er sein
Glück – doch kein Zeichen kam zurück. Auch aus Hochwürdens Haus
nebenan – kein Laut. Schweiß trat ihm auf die Stirn – würde er hier in der Kälte übernachten müssen? „Warum bist Du auch immer so neugierig?“ hielt er sich kritisch vor. Die Fäuste trommelten noch einmal gegen die Tür. Es war mehr Verzweiflung als konkrete Hoffnung, dass nun geöffnet werden würde. Und so „schlug“ ihm auch nur Stille entgegen. Der nächste Versuch mit dem Morsegerät. Auf einem Stück Pergament, das er bei sich trug, stand die Nummer eines Hauses für Notfälle. Er gab sie ein und war überglücklich dass sich endlich ein Mensch meldete. Er sei Retter Adrian, ehemals Ministrant in
St. Peter und Paul – gab  er zu verstehen. Er werde sofort Hilfe schicken – ein Pferd sei schon gesattelt.
 
Der liebe Gott hat mich erhört dachte er und setzte sich noch einmal zurück auf die kalte Treppe.
In der Kirche blieb es weiterhin still. Endlose Minuten zehrten an der Hoffnung, dass  endlich die Tür geöffnet werden würde.
Schritte. Eine Fata Morgana der Ohren?
Und dann das schallende Geräusch des eisernen Türriegels!
Knarrend öffnete sich die Turm-Tür. Erleichterung. Auch Dankbarkeit.
Retter Lorenz, vom Haus für Notfälle, stand in der Tür und es schien, als freute er sich mit dem Geretteten. Auch er, Lorenz, war ehemals Ministrant
in St. Peter und Paul.
War das alles Fügung? Sei´s drum, der Spuk war vorbei. Die beiden stiegen hinab, und da stand ganz plötzlich, Willi der Küster! Warum er die Tür zugesperrt habe, wollte der Fotograf wissen? Aber Willi war sich keiner Schuld bewusst, und versicherte Glaubhaft, dass  er sowas nie machen würde. Und so wird es ein Geheimnis bleiben, wer dem neugierigen Fremden für einige Dutzend Minuten die Freiheit raubte.
Es ist Advent, dachte der Mann mit der Kamera und bedankte sich ohne Groll bei Willi dem Küster, und Lorenz dem ehemaligen Ministranten.
Dann nahm er sein kleines Bündel und zog weiter.
 
Allen die diese Zeilen gelesen haben, wünscht er ein schönes, friedvolles Weihnachtsfest, mit Lebkuchen, schönen Geschenken  und freudvollen  Gesängen in St. Peter und Paul zu Eichenzell.
 
KWS
 
Post Scriptum: Allen Sprachgelehrten sei gesagt, dass diese Zeilen nicht immer den Regeln der Deutschen Sprachkunst entsprechen. Die  Schreibweise dieser Geschichte ist bewusst gewählt und entspricht dem ganz persönlichen Duktus des Verfassers.
 
 
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